Heizung
Heizen ja, aber wie und womit? Als unsere Eltern bauten, war es noch einfach mit der Heizung im Neubau. Die Zeit von Kohle war zur Freude aller Vergangenheit und zur Auswahl standen Gas, sofern es eine Versorgung mit Erdgas gab oder eben die Ölheizung. Heute ist alles anders!
Die Möglichkeiten haben sich erweitert und vor allem eine Kombination mit Solarthermie hat sich im Neubau durchgesetzt. Die Sonne sendet bekanntermaßen keine Rechnung und zur Erwärmung des Warmwasserbedarfs, vor allem im Sommer, kann es je nach Größenauslegung der Solarfelder sein, dass allein die Sonne das Warmwasser erwärmt und das teure Starten der Heizungsanlage, lediglich zur Erwärmung vom Warmwasserbedarf entfällt.
Dies macht sich im Geldbeutel durchaus bemerkbar. Ist im Winter die Heizung sowieso am Laufen, ist die Warmwassererwärmung nahezu ein Nebenprodukt, während im Sommer das gesamte Heizungssystem auf Betriebstemperatur gebracht werden muss, nur um einige 100 Liter Wasser auf 60 Grad zu erwärmen. Die solarthermischen Kollektoren sollten nicht mit der gängigen und bekannten Photovoltaik verwechselt werden. Photovoltaik liefert Strom, während Solarthermie mit Flachkollektoren oder mit Röhrenkollektoren eine Flüssigkeit oder Heizungswasser erwärmt. Diese Systeme sind meist im Heizungskreislauf eingebunden und eine Nachrüstung im Altbau ist ebenso machbar.
Alle Heizungen haben sich technisch in den vergangenen Jahren enorm weiter entwickelt. So finden sich im Segment Gas oder Öl heute fast nur noch Brennwertheizungen im Angebot. Diese Heizungen sind speziell darauf ausgelegt die Restwärme im Abgas zu nutzen und so den Verbrauch zu reduzieren. Neu hinzugekommen sind die zwischenzeitlich sehr beliebten Holzpelletheizungen. Auch hier finden sich auf dem Markt vollautomatische Heizsysteme, so wie wir diese von konventionelle Gas- oder Ölheizungen kennen. Ein Außenfühler misst die Außentemperatur, ein weiterer Fühler die Temperatur im Heizungswasser und eine intelligente Heizungssteuerung berechnet die erforderliche Heizleistung und startet automatisch den Heizvorgang.
Pelletheizungen benötigen etwas mehr Liebe und Pflege. Der Festbrennstoff, also Holzspäne gepresst in Pelletform, werden meist in einem Sacksilo oder Bunkersystem gelagert und die Pellets mittels eines Saugsystems oder einer Förderschnecke zum Heizkessel transportiert. Hier kann sich mal beim Pellettransport was verklemmen oder Stäube etwas verstopfen. Auch die Asche muss alle paar Wochen entsorgt werden. Diese Arbeiten sind nicht kompliziert, jedoch sollte sich der Hausbesitzer darüber im Klaren sein, dass er gelegentlich mal Hand anlegen muss. Belohnt wird er dafür mit den niedrigeren Energiekosten, verglichen mit Öl oder Gas.
Noch preiswerter ist lediglich das Verbrennen von Holzscheiten, jedoch ist diese Befeuerung komplette Handarbeit, wie wir sie auch von Kaminöfen kennen. Eine Weiterentwicklung der Kaminöfen sind „Wassersysteme“. Hier wird nicht nur die Luft erwärmt, sondern in einer Wassertasche Heizungswasser, welches mit dem Heizungskreislauf des gesamten Hauses verbunden ist. Vorteil ist eben der kostengünstigere Holzpreis.
Wer also heute neu baut, muss sich entscheiden zwischen Kombinationssystemen, Komfortansprüchen und unterschiedlichen Kosten der eingesetzten Energie. Ein unabhängiger Gaspreisvergleich lohnt sich immer.
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